Tuesday, February 27, 2024
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stern: Uwe Gemballa – Opfer eines Psychopathen?

Hamburg (ots) – Neue Spuren im Fall Uwe Gemballa: Nach stern-Informationen steckt ein in Südafrika lebender Tscheche hinter dem Mord an dem deutschen Autohändler. Er soll die Killer angeheuert haben.

Der in Johannisburg lebende Tscheche Radovan K. rückt in den Fokus der Ermittlungen im Mordfall Uwe Gemballa. Nach Unterlagen, die dem Hamburger Magazin stern vorliegen, war er möglicherweise der Drahtzieher des Mordes an dem aus Leonberg stammenden Autohändler. Gemballa war vor mehr als einem Jahr nach Südafrika gelockt worden – er traf dort Männer, die versprochen hatten, mit ihm einen Autohandel aufzuziehen. Tatsächlich wurde er verschleppt, gefangen gehalten und erstickt.

Offenbar hatte Radovan K. die Killer angeheuert. Vieles spricht dafür, dass er sich an Gemballa rächen wollte, denn der Schwabe hatte es Jahre zuvor abgelehnt, für K. Geld nach Südafrika zu schmuggeln. Der Tscheche gilt als Psychopath, der es nicht ertragen könne, wenn jemand sich seinen Ideen verweigere. Einer der Mörder von Uwe Gemballa hat inzwischen gestanden und sitzt nun für 20 Jahre im Gefängnis. Radovan K. lebt weiterhin unbehelligt in seiner Villa. Die deutschen Ermittler haben nach stern-Informationen den Eindruck, dass es bei den Kollegen in Südafrika wenig Interesse gibt, ihn zu überführen.

Anm. Red.: Nichts neues. Mal schaun, was der gedruckte stern heute bringt…

Hintergrund:

Er wollte seine Firma vor dem Bankrott retten und fand den Tot

Der Unternehmer wurde in seiner Heimatstadt Leonberg  bestattet. Nur 15 Verwandte geleiteten die Urne zum Grab. Sein Sohn (16), Ehefrau Christiane und seine Mutter führten den kleinen Trauerzug an. Im Februar 2010 reiste er nach Südafrika, um die Firma zu retten. Am 28. September wurde seine Leiche in einem Township bei Pretoria gefunden. Die Suche nach den Hintermännern des Mörders geht weiter.

Der Herbst 2008 hatte auch bei der Firma des Leonberger Porsche Tuners seine Spuren Hinterlassen. Nach der Weltweiten Finanzkrise schrumpften die Umsätze. Finanzkräftige Autofreaks stornierten ihre Bestellungen. Die Firma stand vor dem Ruin. Illegale Bargeldtransfers waren für Uwe Gemballa die Möglichkeit, seine Firma zu retten. In den Seitenverkleidungen von 10 getunten Sportwagen wie Porsche, Zonda, Lamborghini und Ferrari transportierte er im Jahr 2009 ca. 10 Millionen Euro in Dollar- und Eurobanknoten nach Südafrika. Der Kunde war der in Südafrika lebende Tscheche Radovan Krejcir, der in seiner Heimat wegen Steuerhinterziehung und Betruges gesucht wird. Der ehemalige Geschäftspartner von Krejcir versicherte gegenüber Kap Express, er habe selbst das Geld aus den Seitenverkleidungen entnommen: “Insgesamt sind etwa 15 Millionen Euro mit den Sportwagen von Gemballa geschmuggelt worden.” Bei der letzten Lieferung im Herbst 2009 sei etwas schief gegangen. Die erwartetete Lieferung von einer Million Euro in der Tür-Seitenverkleidung eines Porsche Cayenne ist in Südafrika nicht angekommen. Meyer versicherte, dass Gemballa Luxuskarosserien nach Südafrika lieferte, in denen Bargeld versteckt war. Als sich hinter der Türverkleidung dieses Porsche jedoch nicht, wie versprochen eine Million Euro befunden haben, sei es zum Streit mit dem Tschechen gekommen.

Dem Empfänger des Fahrzeugs und der Geldlieferung war vermutlich völlig egal, ob das Geld von Gemballa nicht versendet wurde und für Gemballas Firmenrettung verwendet wurde oder ob ein Mitarbeiter Gemballas es vor der Verschiffung wieder aus dem Versteck genommen hat. Vielleicht ist es aber auch auf dem Weg nach Südafrika oder von einem Mitwisser in Südafrika entwendet worden.

Nach den Recherchen der Sunday Times kam es dann zum e-mail – Kontakt zwischen dem Krejcir-Vertrauten Jerome Saphire alias Jerome Safi. Dieser wollte offenbar mit Gemballa eine Zweigfirma in Johannesburg in Johannesburg eröffnen. Safi sagte der Sunday Times, Radovan Krejcir und der Nachtclubketten Besitzer Lolly – Jackson wollten das Geld dafür aufstellen. Das war für Uwe Gemballa die Chance, seine Firma in Deutschland zu retten und er trat die Verhängnisvolle Reise an. Über Dubai reiste er nach Südafrika.

Gemballa, der in das Visier deutscher Steuerermittler geraten war, kam am 8. Februar 2010 in Johannesburg an, um ein Franchise-Unternehmen seiner weltbekannten Firma Gemballa Automobiltechnik GmbH & Co. zu gründen. Doch einenTag nach der Ankunft rief er seine Frau Christiane an und erzählte ihr von “einem kleinen Unfall”. Sie solle eine Million Euro auf ein Konto transferieren. Die ganze Unterhaltung war in englischer Sprache. Beide hatten sich nie auf englisch unterhalten. Seine Frau schöpfte Verdacht und verständigte die Polizei. Es blieb das letzte Lebenszeichen ihres Mannes.
Über Monate kursierten Spekulationen über Gemballas Schicksal. Wollte er sich den deutschen Behörden entziehen und ist in Südafrika untergetaucht oder hat er sich nach Angola abgesetzt oder…? Gemballas Frau Christiane hatte in der Zwischenzeit den Konkurs für Firma ihres Mannes beantragt.

Im Mai wird der Nachtclubbesitzer Lolly Jacksson von dem Krejcir-Bekannten “Louka”, George Smith erschossen. Krehcir hatte Louka im Gefängnis kennen gelernt, als er für einige Tage wegen des Auslieferungsgesuchs der tschechischen Behörden verhaftet war. Sie trafen sich  oft im Harbour-Fishmarket Restaurant in Pretoria. Seit dem Mord an Lolly Jackson ist Smith flüchtig.

Monate später – am 28. September – finden die Ermittler in Atteridgeville nahe Pretoria, einem 70 Kilometer entfernten Township eine Leiche. Anhand des Gebisses wurde festgestellt, das es sich um den Körper von Uwe Gemballa handelt. Wenige Wochen später hatte die Polizei den Mörder. Er wurde noch am Tage der Verhaftung und Geständnis verurteilt. Der 29-Jährige Mpye wurde vom Obersten Gericht in Johannesburg im Schnellverfahren wegen Mordes zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren verurteilt.

Laut der Anklageschrift ist Gemballa von seinem Mörder auf bestialische Weise erstickt worden. Demnach habe der 29 Jahre alte Täter Gemballa am ganzen Körper mit Isolierband eingewickelt. Dann setzte er sich auf den Brustkorb, bis Gemballa erstickt sei. «Das ist sicher eine der widerwärtigsten Arten zu sterben», sagte der Forensiker David Klatzowt. Nach etwa einer halben Minute habe Gemballa wohl das Bewusstsein verloren, nach gut vier Minuten sei er dann erstickt. Der Mord soll sich im Wohnhaus eines osteuropäischen Geschäftsmanns in Edanvale nahe Johannesburg ereignet haben. Weniger als 500 Meter von einer Polizeizentrale entfernt. Ob der Mieter des Hauses in dem das Verbrechen geschah, der bulgarische Geschäftsmann Ivan S., zu den großen Fischen gehört, bleib vorerst unklar.
Der Fall gilt laut der Sunday Times als «Spitze des Eisbergs».

Prozessbeobachter wie der Strafrechtsexperte William Booth gehen davon aus, dass die Ermittler auf den Fang von “größeren Fischen” hoffen. “Der Mörder wurde innerhalb von 24 Stunden verurteilt. Ich habe so etwas in den 30 Jahren meines Berufslebens noch nicht erlebt”, sagte Booth. Er halte es für wahrscheinlich, dass Mpye einer Zusammenarbeit mit der Polizei zugestimmt habe und die Strafe im Gegenzug später wegen des übereilten Verfahrens reduziert werde. Ob der Mieter des Hauses in dem das Verbrechen geschah, der bulgarische Geschäftsmann Ivan S., zu den großen Fischen gehört, blieb vorerst unklar, er war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ob die ganze Geschichte je vollständig aufgeklärt wird und die Hintermänner ihre Strafe bekommen, wird wohl fraglich bleiben. Nach über einem Jahr haben sich offenbar noch keine Ermittlungergebnisse ergeben, die die Eröffnung eines Verfahrens gegen Krejcir rechtfertigen.

Weitere ungeklärte Morde im Dunstkreis Krejcir´s und Jacksons in 2011 lassen annehmen, dass die Story noch lange nicht zu Ende ist.

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