Friday, February 3, 2023
spot_img
HomeSüdafrikaMetall-Arbeiter Streik trotz früherer Vereinbarungen

Metall-Arbeiter Streik trotz früherer Vereinbarungen

Von Rolf Schmidt – Gruppen von Mitgliedern der Metall-Arbeiter Gewerkschaft NUMSA marschierten am Montag und Dienstag lautstark protestierend durch die Industriegebiete in Pretoria und Johannesburg.

Trotz einer in 2010 erzielten Vereinbarung zwischen NUMSA und der im letzten Jahr bestreikten Reifenhersteller-Industrie nimmt die Metall Gewerkschaft diesmal den Industriesektor der Stahlhersteller und Verarbeitenden Industrien ins Visier.

 


Die etwa 117.000 Mitglieder umfassende NUMSA wurde am Montag durch die etwa 70.000 Mitglieder starke CEPPWAWU, die Gewerkschaft Chemie. Energie, Papier, Holz und Vereinigte Arbeiter, verstärkt. Damit wurde der Streik, unter anderem, auf Raffinerien ausgedehnt.


Auch die General Workers Union of SA (GIWUSA), mit Mitgliedern in der Pharmaindustrie, der Glasherstellung, Chemie und Verbrauchsgütern, sowie der Holzverabeitenden Industrie, nimmt nun an den Streikaktionen teil. Bedenken der Bevölkerung, dass es durch den Streik zu Unterbrechungen der Treibstoffversorgung, der Versorgung mit pharmazeutischen Grundstoffen, Medikamenten und weiteren Grundstoffen der betroffenen Industrien kommen könnte, versuchten Industrievertreter entgegenzutreten.


Die Sprecherin der SAPREF, eines Joint Venture zwischen Shell und BP, Margaret Rowe, sagte “…dass, obwohl CEPPWAWU eine nationale Streikaktion ausrief, SAPREF nicht davon ausgeht dass die Raffinerie geschlossen werden müsste.” SAPREF ist die grüsste Rohoel-Raffinerie im südlichen Afrika und erzeugt etwa 35% der gesamten Raffinerie-Produkte Südafrikas. David Carson, der Exekutiv-Direktor von SEIFSA, der Vereinigung der Stahl- und verarbeitenden Industrien Südafrikas, ist zuversichtlich dass in diesem Sektor bald eine Einigung erzielt werden kann. Die beiden grössten Industrieunternehmen des Sektors seien zuversichtlich, die Gemeinsamkeiten der Gewerkschaften und der Industrie bereits herausgearbeitet zu haben.


NUMSA, die Gewerkschaft der Metallarbeiter und Elektriker (MEWUSA) und die Südafrikanische Gewerkschaft der Arbeiter-Gleichheit (SAEWA) verlangen Lohnerhöhungen zwischen 10 und 13 Prozent sowie ein Verbot der Zeitarbeits-Agenturen. Weitere Forderungen der NUMSA sind ein Minimal-Lohn von R 6.000 und eine 40-Stunden Woche.


NUMSA hat eine Streiktradition, die Südafrika beinahe jedes Jahr seit 2008 mindestens eine Streikaktion beschert. In 2010 ging, so die betroffene Autohersteller-Industrie, die Produktion und der Export von 17.000 Fahrzeugen durch die Streikaktionen verloren.

Interessanterweise traf SEIFSA im Juni 2008, unter ausdrücklicher Einbeziehung der NUMSA, Vereinbarungen mit der Industrie, die unter anderem Lohnerhöhungen bis 2010 festschrieb. Auf der entsprechenden SEIFSA Internet-Seite (http://www.seifsa..co.za/default.php?id=705&menu=&menuid=&PHPSESSID=5a9e6b5241cc294f6b5c53350d85eb09) ist zu ersehen, dass “…ausser Lohnerhöhungen…” … “keine weiteren Veränderungen bis zum 30. Juni 2011 getroffen werden können.” Die Ankündigungen der Streikationen erfolgte in der Presse vor Ablauf dieses Datums.


Führende Wirtschaftswissenschaftler fragen in der Presse bereits ob die Gewerkschaften einen Todeswunsch hätten, da sie in einer wirtschaftlich Instabilen Zeit ohne ersichtlichen Aufschwung Lohnerhöhungen fordern, die nur in Personal-Freisetzungen münden können.

RELATED ARTICLES

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Most Popular

Recent Comments

Skip to toolbar