Saturday, April 20, 2024
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“Walzerkönig” André Rieu zu Besuch in Kapstadt

André Rieu, geboren 1949 in Maastricht (Niederlande), international erfolgreicher Violinist, Dirigent und Komponist, war Ende April/Anfang Mai mit seinem Johann-Strauss-Orchester in Johannesburg und Kapstadt.

Kap Express Korrespondentin Eva Dölitzsch-Tatzreither sprach mit André Rieu im  Artscape Opera House, anlässlich seiner Südafrika-Tournee.

Kap Express: Herzlich willkommen in Kapstadt, lieber André Rieu. War dies Ihr erster Besuch am Kap und wie hat es Ihnen hier gefallen?

AR:  Es war mein allererster Besuch in Südafrika und ich finde es ganz phantastisch. Da ich vor meinen Konzerten auf Promotion-Tour hier war –  also zum Arbeiten –  blieb mir jetzt leider nicht genügend Zeit, um auch als Tourist durchs Land zu fahren und auf Entdeckungsreise zu gehen.

Kap Express: Sie haben Ende der 60er Jahre mit Ihrem Violin-Studium am Königlichen Konservatorium von Liege begonnen, eigentlich dem Beginn der weltweiten Popära. Was hat Sie ausgerechnet zu jener Zeit auf die Straussschen Wiener Walzer gebracht?

AR: Ja, die Pop- und Rock-Musik, Beatles und Rolling Stones sind damals eigentlich spurlos an mir vorbeigegangen. Mein Vater war Dirigent des Maastricht Philharmonischen Orchesters und klassische Musik stand bei uns zu Hause auf der Tagesordnung. Ich habe schon mit 5 Jahren angefangen Violine zu spielen und ich liebe Klassische Musik seit jeher. Dabei fand ich, dass man den Wiener Walzer immer etwas vernachlässigt hat. Es ist eine so phantastische Musik, die so viel Schwung in die Klassik hineinbringt. Schon Ravel, Richard Strauss oder Brahms haben festgestellt, dass Wiener Walzer einfach geniale Musik ist!

Kap Express: Es gab bei Ihren Konzerten In Joburg und Kapstadt auch afrikanische Musik-Elemente, werden Sie diese bei weiteren Konzerten verwenden?

AR:  Ich bringe natürlich immer mein eigenes Programm mit, werde aber, wie in all meinen internationalen Konzerten auch, “Couleur locale” dabeihaben, Lieder aus dem jeweiligen Land, die jeder kennt. Aus Südafrika habe ich u.a. den “Schwarzen Diamanten” Kimi Scota mitgebracht. Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich Ihnen jetzt sage, dass bereits für nächstes Jahr Open-Air Konzerte in Südafrika geplant sind.

Kap Express: Werden Sie wieder Ihre berühmte Stradivari mitbringen?

AR: Ja natürlich, sie kommt immer mit mir auf Reisen. Sie ist eine von Stradivaris letzten Violinen aus dem Jahr 1732!

Kap Express: Man zitierte schon öfter das “Familien-Unternehmen Andre Rieu”?

AR: Es ist sehr schön seine Familie mit einzubeziehen, man versteht sich auch ohne Worte und ich könnte das alles nicht allein durchführen. Meine Frau Majorie ist meine Produktionsleiterin und einer meiner Söhne arbeitet für mich als Produktions-Assistent.

Kap Express: Werden Sie sich, wie viele andere Prominente auch, in Hilfsprojekten engagieren?

AR:  Überall auf der Welt gibt es so viele Arme und Hilfsbedürftige, nicht nur hier in Südafrika. In Australien fördern wir z.B. ein Projekt um mit Musik Kinder von der Straße zu holen, in Nord-Afrika pflanzen wir Bäume an. Seit über 30 Jahren helfe ich mit meiner Frau derartige Projekte zu unterstützen. Hier in SA organisierten wir jetzt meine ersten Konzerte und später wollen wir dann Kinder in eigenen Hilfsprojekten persönlich betreuen.

Kap Express: Noch bevor die wirkliche PR-Arbeit für Ihre Konzerte anlief, waren bereits die ersten Termine vollständig ausverkauft, sodass noch weitere Auftritte geplant werden mussten. Worauf führen Sie Ihren gigantischen Erfolg mit inzwischen unglaublichen 243 Platin-Alben auf allen Kontinenten zurück?

AR:  Früher wurden von den Marketing-Firmen alle Finanzen und Energien ausschliesslich in die Pop-Welt investiert. Keiner konnte sich vorstellen, dass man mit Klassischer Musik ebensolchen Erfolg haben kann. Es hat lang gedauert, aber ich habe inzwischen bewiesen, dass man auch mit dieser Musik, mit Wiener Walzer  fast jedes Herz berühren kann.
Bei meinen Konzerten findet man nicht die einschüchternde, feierliche Atmosphäre, die manche mit Klassischer Musik verbinden. Mein Orchester besteht aus jungen enthusiastischen Musikern, die ihr ganzes Herz in die Musik legen. Bei unseren Konzerten haben alle Spass, meine Musiker und ich, und ebenso das Publikum, das mitsingt, mitklatscht und in den Gängen tanzt! Jeder Abend ist ein wundervolles Erlebnis und aus meiner Sicht kann es für einen Musiker keinen schöneren Erfolg geben.

Kap Express: Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft ?

AR:  Ich bin jetzt 60 (man glaubt es kaum! Anm. E.D.T.), ich bin gesund und will noch lange weitermachen. Ich habe immer davon geträumt mit meinem eigenen Orchester um die Welt zu reisen und Musik zu machen. Ich habe mir meinen Jugendtraum erfüllt und lebe jetzt meinen Traum.  Um klassische Musik für jedermann zugängig zu machen, habe ich ein eigenes Ton-Studio aufgebaut, wo wir alle hart daran arbeiten, Neuaufnahmen des  klassischen Repertoires zu machen.

Kap Express: Herzlichen Dank für dieses Interview und auf Wiedersehen in Südafrika im nächsten Jahr !

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