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Deutscher 7er-Kader für erste WM-Teilnahme steht

Harte Entscheidung: Jonathon Dawe wird trotz größter Anstrengung nicht rechtzeitig für für die WM in Kapstadt fit sein. Harte Entscheidung: Jonathon Dawe wird trotz größter Anstrengung nicht rechtzeitig für für die WM in Kapstadt fit sein. Foto: Jan Perlich / Rugbylicious Photography
Rugby World Cup 7s: Im Auftaktspiel gegen Chile ist etwas gutzumachen.

pm - Jetzt endlich ist es soweit! Zum allerersten Mal läuft ein deutsches Männerteam bei einer RugbyWeltmeisterschaft auf. Die Rugby World Cup 7s im südafrikanischen Rugby-Mekka Kapstadt (9. bis 11. September) sind der Höhepunkt einer starken Saison des deutschen 7er-Nationalteams, der Lohn für viele Jahre harter Arbeit, aber zugleich auch der nächste wichtige Schritt für das deutsche 7erProgramm auf dem Weg zu weiteren solchen Highlights. Das Trainerteam hat nun den Kader nominiert, der Rugby Deutschland in Kapstadt repräsentieren wird.

Auch wenn das Team um die Nationaltrainer Clemens von Grumbkow und Philip Snyman auf einige verletzte Akteure verzichten müssen, war die Entscheidung für den WM-Kader keine leichte. Das Nominierungsmeeting hatte alleine fast zweieinhalb Stunden gedauert, und es musste einige harte Entscheidungen getroffen werden. Insbesondere bei Jonathon Dawe war es ein "tough call", weil er sich nach seiner Kreuzband-Verletzung mit großem Engagement wieder gut herangekämpft hatte, um doch noch auf den Flieger nach Kapstadt aufspringen zu können.

"An der einen oder anderen Stelle müssen wir die Spieler auch beschützen, dass sie nicht sogar ihre weitere Karriere aufs Spiel setzen", so Clemens von Grumbkow. "Deshalb haben wir uns neben den taktischen Überlegungen dazu entschieden, für Südafrika nur auf Spieler zu setzen, die 100 % fit sind." Dieser Prämisse fällt dann auch Routinier Anjo Buckman zum Opfer, der noch an kleineren Blessuren leidet. Kandidaten wie Max Heid, Jakob Dipper und Marcel Coetzee fallen verletzt aus.

Dafür kehrt mit Howard Packman eine starke Option in den Kader zurück, der zuletzt bei der Challenger Series fehlte. Und Philip Gleitze, der sich zuletzt beim Turnier in Glendale (USA) hatte eindrucksvoll empfehlen können, hatte am Ende knapp die Nase vor Phil Szczesny, der aber auf Abruf bereitsteht. "Wir sind happy mit der Zusammensetzung des Kaders", unterstreicht Clemens von Grumbkow.

Damit wird der WM-Kader für Rugby Deutschland in Kapstadt (RSA) dieses Gesicht haben:

RG Heidelberg: Carlos Soteras Merz, Fabian Heimpel, Tim Lichtenberg, Bastian van der Bosch
Berliner RC: Philip Gleitze, Chris Umeh
RK Heusenstamm: Samuel Rainger
SC Germania List: Niklas Koch
FC St. Pauli: Ben Ellermann
Terenure College RFC (IRL): Jack Hunt
Tonbridge Juddians RFC (ENG): Howard Packman
Vereinslos: Maximilian Calitz

Auf Abruf:
Leon Hees (RK Heusenstamm), Phil Szczesny (Hannover 78), Anton Gleitze (Berliner RC)

Die Vorfreude, das ist überall wahrzunehmen, ist riesengroß. Der Fokus allerdings liegt zunächst ausschließlich auf dem Auftaktspiel gegen Chile. Gegen die Südamerikaner hatte man zuletzt bei der verpassten Weltserien-Qualifikation verloren, und man sinnt nun auch ein Stück weit auf Revanche. "Das sind nun natürlich andere Voraussetzungen, aber wir wissen natürlich, dass das schon eine schwierige Aufgabe wird", weiß Coach von Grumbkow.

"Wenn wir das meistern, dann wären wir schon unter den besten 16, und dann würden direkt die südafrikanischen Blitzbokke warten - das wäre natürlich ein absolutes Highlight und ein Erlebnis, was niemand so schnell vergessen wird. Aber wir halten es wie immer: Wir gehen jedes Spiel nacheinander und für sich an. Im Vorfeld rechnen und mutmaßen, wann es womöglich gegen wen weitergehen könnte, ist bei dem schwierigen Turniermodus bei der WM auch nicht sinnvoll. Wir wollen jedes Spiel, in das wir gehen, gewinnen. Und wenn wir unsere Leistung zeigen, können wir auch das eine oder andere starke Team schlagen. Und wenn wir am Ende, grob gepeilt, zwischen Rang zehn und 14 einlaufen: Damit könnten wir gut leben bei unserer ersten WM-Teilnahme."

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