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Tierschutzorganisation stoppt Trophäenjagdquoten in Südafrika - vorerst

Der Löwe kann vorerst relaxen - Keine Trophäenjagtquoten Der Löwe kann vorerst relaxen - Keine Trophäenjagtquoten Foto: JHM-Archiv
Die Entscheidung des Ministeriums für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt, Quoten für die Trophäenjagd auf Leoparden, Spitzmaulnashörner und Elefanten zu vergeben, wurde per Gerichtsbeschluss ausgesetzt.

JHM - Der Western Cape High Court hat die Vergabe von Quoten für die Jagd auf 10 Leoparden, 10 Spitzmaulnashörner und 150 Elefanten auf Antrag der Humane Society International/Africa gestoppt und sie vorläufig als ungültig und rechtswidrig eingestuft.
Das endgültige Urteil wird in einem zweiten Teil des Verfahrens gefällt werden, der noch folgen wird. Vorerst aber darf Umweltministerin Barbara Creecy keine Quoten erlassen.

Das Gericht stimmte mit HSI/Afrika darin überein, dass Ministerium die Quoten für 2021 nicht auf 2022 verschieben durfte, wie es dies versucht hatte, da dies nach den Vorschriften über den internationalen Handel mit diesen Arten nicht zulässig ist und außerdem gegen den gemeinrechtlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes verstößt. Das Gericht stellte außerdem fest:
- Das Ministerium für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt hat es versäumt, die erforderlichen Bedingungen für die Beteiligung der Öffentlichkeit zu erfüllen;
- Die Quotenbekanntgabe wurde nicht im Amtsblatt der Regierung veröffentlicht; und
- Die Ministerin war nicht befugt, eine Quote für die Trophäenjagd zu erteilen, da kein wissenschaftlicher Beweis dafür vorliegt, dass eine solche Jagd für die Tierart nicht schädlich ist.

In seiner Urteilsbegründung wies Richter Patrick Gamble darauf hin, dass im Falle einer Untersagung das Leben von 170 Wildtieren bis zur abschließenden Anhörung im Rahmen der Überprüfung verschont bliebe. Sollte die Überprüfung erfolgreich sein, das Verbot aber nicht erlassen werden, wären die geschützten Tiere getötet, ihre Rechte verletzt und ihre Populationen unwiderruflich geschädigt worden.

Sollte die Revision scheitern, so sagte er, würde die Quote trotzdem bestehen bleiben. Dann "ist der Wunsch der wenigen Glücklichen, die es sich leisten können, geschützte Tiere ausschließlich zum Zweck des Transports ihrer Trophäen zur Ausstellung in Übersee zu jagen, nicht verloren, sondern nur verzögert".

Der geschäftsführende Direktor von HSI/Afrika, Tony Gerrans, begrüßte das Urteil des Obersten Gerichtshofs. Es ermöglicht eine vollständige Überprüfung der Bedingungen, nach denen die Quotenzuteilungen festgelegt wurden. "Wir sind dankbar, dass der Oberste Gerichtshof anerkennt, dass die Tötung unserer bedrohten, gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Wildtiere nicht weitergehen kann, solange diese Angelegenheit verhandelt wird.

Die Entscheidung bedeutet, dass das Ministerium bis zur Überprüfung durch das Gericht keine Quoten für die Jagd auf die drei Arten ausstellen, die Quoten nicht im Amtsblatt der Regierung veröffentlichen und die Ausfuhr ihrer Trophäen nicht zulassen darf.
Dies ist ein beachtlicher Sieg für die nichtstaatlichen Tierschutzorganisationen, die sich für das Wohlergehen der Tiere in Südafrika und für ein Ende der Trophäenjagd einsetzen. Sie weisen darauf hin, dass Leoparden auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft werden, Spitzmaulnashörner vom Aussterben bedroht sind und die Zahl der Elefanten in ganz Afrika stark zurückgegangen ist. Die Erteilung von Lizenzen für die Jagd auf diese Tiere ist bizarr.

Südafrika ist weltweit der zweitgrößte Exporteur von Jagdtrophäen, auf die 16 % der weltweiten Gesamtmenge entfallen - durchschnittlich 4 204 pro Jahr. Das sind 50 % mehr als der zweitgrößte Exporteur Afrikas, Namibia, und mehr als dreimal so viel wie der drittgrößte Exporteur Afrikas, Simbabwe. Zwischen 2014 und 2018 exportierte Südafrika 574 Leopardentrophäen (98 % davon aus Wildbeständen), 1.337 Elefantentrophäen (fast alle aus Wildbeständen) und 21 Spitzmaulnashorn-Trophäen (alle aus Wildbeständen).

Die fünf wichtigsten Arten, die als Trophäen aus Südafrika exportiert werden, sind Löwen (meist aus Gefangenschaft), Chacma-Paviane, Südliche Lechwes (aus Gefangenschaft, nicht einheimisch), Karakale und Grüne Meerkatzen. Die meisten ausländischen Jäger kommen aus den USA, die übrigen aus Russland, Dänemark, Kanada, Mexiko, Deutschland, Ungarn, Schweden und Frankreich.


 

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