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KwaZulu-Natal-Überschwemmungen: Nationaler Katastrophenzustand ausgerufen

Kontainer im Hafen von Durban Kontainer im Hafen von Durban Foto: screenshoot youtube
Die Überschwemmungen in KwaZulu-Natal haben bereits fast 500 Menschenleben gefordert. Straßen, Infrastruktur und Häuser im Wert von Milliarden von Rand wurden zerstört. Mehr als 40 000 Menschen wurden vertrieben.

JHM -  Präsident Cyril Ramaphosa rief am Montagabend den nationalen Katastrophenzustand aus: "Angesichts der heftigen Regenfälle und Überschwemmungen im Ostkap und der Hinweise des südafrikanischen Wetterdienstes, dass auch der Nordwesten und der Freistaat von den Unwettern betroffen sein könnten, ist klar, dass es weitere Gebiete im Land gibt, die Sofortmaßnahmen benötigen. Das Kabinett ist daher (am Sonntagabend) zu einer Sondersitzung zusammengekommen und hat beschlossen, den nationalen Katastrophenzustand auszurufen", so der Präsident.
Er sagte, dass die Ausrufung der Provinzkatastrophe für KwaZulu-Natal in der vergangenen Woche nicht ausgereicht habe, um das "Ausmaß der Notlage und die erforderlichen Wiederaufbau- und Rehabilitationsmaßnahmen" zu bewältigen.

"Die Provinz nehme aufgrund ihres Hafens eine Schlüsselposition im Land ein"

"Die Bedeutung des Hafens von Durban und der damit verbundenen Infrastruktur für das effektive Funktionieren der Wirtschaft des Landes bedeutet, dass diese Katastrophe Auswirkungen weit über die Provinz KwaZulu-Natal hinaus hat".
Der Minister für kooperative Regierungsführung und traditionelle Angelegenheiten wird diese Woche den nationalen Katastrophenzustand verkünden.
Ramaphosa sagte, dass es Fortschritte bei der Wiederherstellung des Hafenbetriebs, der Öffnung alternativer Routen für Lastwagen zu den Hafenterminals und der Beseitigung von Trümmern im Hafen gegeben habe.


Die Regierung werde in drei Phasen auf die Katastrophe reagieren:


Erstens wird sie sich auf die unmittelbare humanitäre Hilfe konzentrieren, um sicherzustellen, dass alle betroffenen Personen in Sicherheit sind und ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden.
Zweitens wird sie sich auf die Stabilisierung und den Wiederaufbau konzentrieren, wozu auch die Versorgung der Menschen gehört, die ihr Zuhause verloren haben.
Schließlich wird sich die Regierung auf den Wiederaufbau und die Rekonstruktion konzentrieren. 
Infolge der Überschwemmungen wurde kritische Infrastruktur beschädigt und die Wasserversorgung und die Stromversorgung beeinträchtigt.


Bei seiner Pressekonferenz am Sonntag erklärte der Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikalala, dass die Wasserversorgung in der Provinz voraussichtlich bis zum 24. April vollständig wiederhergestellt sein wird. "Das größte Problem bei der Wasserversorgung sind die beschädigten Hauptversorgungsleitungen".
Was die Stromausfälle betrifft, so sagte Zikalala, dass die meisten Gebiete, in denen sie auftraten, zum grossen Teil repariert worden seien. Die Herausforderung liege in einzelnen Haushalten und neuen Fällen, die gemeldet würden.
 
Das Bildungsministerium teilte am Montag mit, dass 57 Kinder bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen seien, fünf weitere würden noch vermisst.
Weiter hieß es, dass 630 Schulen von den Überschwemmungen betroffen seien, von denen 124 erhebliche Schäden erlitten hätten, während 101 unzugänglich seien.

Die South African National Defence Force gab am Montag eine Erklärung ab, in der sie mitteilte, dass sie 10 000 Soldaten zur Katastrophenhilfe nach KwaZulu-Natal entsenden werde. Zu den Hilfsmaßnahmen gehören die Errichtung von Feldunterkünften, die Versorgung mit frischem Wasser über die Wasseraufbereitungsanlagen, die Entsendung von Elektrikern zur Wiederherstellung der Stromversorgung und von Installateuren zur Wiederherstellung der Wasserversorgung in den betroffenen Gebieten.
 
Ramaphosa sagte, dass im Rahmen der Bemühungen der Regierung mit dem Solidaritätsfonds zur Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen sofort R1-Milliarde aus der Staatskasse zur Verfügung stehen. "Es darf keinen Raum für Korruption oder Misswirtschaft bei diesen Mitteln geben". Weiter sagte er, dass die Regierung aus den Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie (bei der Hilfsgelder geplündert wurden) gelernt habe und verschiedene Interessengruppen - darunter der Auditor General, Wirtschaftsverbände, der religiöse Sektor, Gewerkschaften, kommunale Organisationen sowie Berufsverbände wie Ingenieure und Buchhalter - zusammenbringe, um die Kontrolle über alle Gelder zu haben, die als Reaktion auf die Katastrophe ausgezahlt werden.


 

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